
Diese Seite zeigt dir, wann COB sinnvoll ist, welche Parameter die Auswahl bestimmen und wie du Einbau, Wärme und Einspeisung mit Prüfschritten verifizierst.
Wenn dir Grundlagen zu Spannung, Netzteil, Einspeisung und Spannungsabfall fehlen, starte bei den LED-Streifen Grundlagen.
COB ist keine „Lichtfarbe“, sondern eine Bauform. Die Systementscheidung hängt an Optik (Lichtlinie), Einbau (Profil/Abdeckung), Wärmeabfuhr, Segmentierung und Controller-Grenzwerten.
Definition: Was COB LED-Streifen bedeutet
COB steht für „Chip-on-Board“. Mehrere LED-Chips sitzen dicht auf einer Leiterplatte und werden von einer durchgehenden Lichtschicht (Phosphor/Silikon, je nach Produkt) überdeckt.
Im Ergebnis kann eine gleichmäßigere Lichtlinie entstehen als bei Streifen, bei denen einzelne LED-Punkte optisch stärker getrennt erscheinen.
Verifizierbar: COB erkennst du an einer durchgehenden leuchtenden Fläche statt einzelner LED-Linsen; belastbar ist die Bauformangabe über Datenblatt und Produktkennzeichnung.
Merksatz: COB ist eine Bauform für eine ruhigere Lichtlinie; ob sie im Einbau „homogen“ wirkt, ist erst nach Test mit Profil, Abstand und Abdeckung verifizierbar.
Gilt für / gilt nicht für
Gilt für
Konstantspannungs-LED-Streifen (12 V DC oder 24 V DC), die ausdrücklich als COB angegeben sind.
Installationen mit Dimmern oder Controllern (PWM), sofern Spannung und Grenzwerte zum Streifen passen.
Gilt nicht für
Adressierbare LED-Streifen (Einzel-LED-Steuerung mit Datenleitung); das ist über Datenblatt/Anschlussbelegung verifizierbar.
LED-Systeme, die einen Konstantstrom-Treiber (mA) benötigen; das ist über die Angabe „Konstantstrom“ im Datenblatt verifizierbar.
Merksatz: Wenn Treiberprinzip oder Signalart nicht passt, löst die COB-Bauform kein Kompatibilitätsproblem.
Varianten und Parameter, die deine Auswahl bestimmen
1) Zielbild: Lichtlinie oder sichtbare Punktstruktur
COB ist dann relevant, wenn du eine ruhige Lichtlinie willst, etwa in Profilen, Schattenfugen oder als indirektes Lichtband.
Prüfschritt: Baue ein Musterstück im vorgesehenen Profil und mit der vorgesehenen Abdeckung auf und bewerte die Lichtlinie aus der typischen Betrachtungsentfernung.
2) Profil, Abdeckung und Abstand (Optik-Parameter)
Die sichtbare Gleichmäßigkeit hängt am Zusammenspiel aus Streifen, Diffusor und Abstand zur Fläche oder Abdeckung.
Prüfschritt: Teste zwei Abdeckungen (klar vs. diffus, falls vorhanden) und prüfe, ob du Hotspots oder Helligkeitskanten noch wahrnimmst.
3) Leistung pro Meter (W/m) und Wärmeabfuhr
W/m bestimmt die elektrische Last. Je höher die Last pro Meter, desto relevanter werden Wärmeabfuhr, Profilmaterial und Montagefläche.
Prüfschritt: Prüfe im Datenblatt, ob es eine zulässige Temperatur am Streifen (z.B. Tc-Punkt) oder Montagehinweise gibt, und kontrolliere im Testbetrieb die Temperatur an der Montagefläche.
4) Segmentierung und Kürzbarkeit
COB-Streifen haben definierte Schnittmarken. Diese bestimmen, wie fein du Längen anpassen kannst und wie sauber Übergänge planbar sind.
Prüfschritt: Notiere die minimale Schnittlänge aus Datenblatt/Produktangabe und gleiche sie mit deiner Segmentplanung ab.
5) Spannung (12/24 V) und Einspeisung
Spannung bestimmt bei gleicher Leistung den Strom (I = P / U). Strom ist eine Planungsgröße für Leitung, Einspeisung und Controller-Kanäle.
Prüfschritt: Miss die Spannung unter Last am Streifenanfang und am Streifenende, um Spannungsabfall im realen Aufbau zu verifizieren.
6) Lichtfarbe, CRI und CCT (nur über Datenblatt belastbar)
COB gibt es als Warmweiß/Neutralweiß/Kaltweiß, als CCT und als RGB-Varianten. Welche Farbtemperatur, Farbwiedergabe (CRI) oder Kanäle tatsächlich vorliegen, ist nur über Datenblattangaben belastbar.
Prüfschritt: Prüfe, ob Lichtfarbe als Kelvinwert angegeben ist und ob CRI/RA-Werte dokumentiert sind; ohne Angabe ist die Bewertung nicht verifizierbar.
Merksatz: COB wählst du über Zielbild (Lichtlinie), Einbau (Profil/Abdeckung), Wärmekonzept, Segmentierung und Messung unter Last.
Entscheidungsblock: COB auswählen (ohne Raten)
Inputs (5–9)
- Input 1: Soll die Lichtquelle sichtbar sein (Profil sichtbar) oder indirekt (Lichtband als Reflexion)?
- Input 2: Zielbild: ruhige Lichtlinie oder ist eine Punktstruktur akzeptabel?
- Input 3: W/m und Gesamtlänge (pro Segment).
- Input 4: Profiltyp, Abdeckung (diffus/klar) und Abstand zur Fläche.
- Input 5: Spannung (12/24 V) und geplanter Strompfad (Leitungslängen, Einspeisepunkte).
- Input 6: Controller/Dimmer vorhanden und Grenzwerte (A/W pro Kanal) aus Datenblatt.
- Input 7: Umgebung: Einbau in geschlossenen Profilen, Dämmung, wenig Luftaustausch (relevant für Temperatur).
- Input 8: Schnittlänge und Übergänge/Ecken (Segmentplanung).
Regeln (6–12) im Stil „Wenn … dann …“
- Wenn du eine ruhige Lichtlinie in einem sichtbaren Profil willst, dann ist COB entscheidungsleitend; verifiziere die Wirkung mit Musterstück, Abdeckung und Betrachtungsabstand.
- Wenn der Streifen komplett indirekt sitzt und die Lichtquelle nicht sichtbar ist, dann kann COB hilfreich sein, muss aber nicht zwingend sein; verifiziere den Nutzen über den Reflexionsverlauf an der Fläche.
- Wenn W/m hoch ist und der Streifen in ein geschlossenes Profil oder eine wärmeempfindliche Umgebung kommt, dann plane Wärmeabfuhr über Profil und Montagefläche; verifiziere mit Temperaturcheck im Dauerbetrieb.
- Wenn du lange Strecken betreibst, dann plane Einspeisepunkte und Leitung so, dass Spannungsabfall begrenzt bleibt; verifiziere durch Spannungsmessung unter Last am Anfang und Ende des Segments.
- Wenn du Segmente exakt anpassen musst (Nischen, Absätze, viele kurze Teilstücke), dann prüfe die Schnittlänge; wenn sie nicht zur Geometrie passt, ist der Zuschnitt nicht sauber planbar.
- Wenn du dimmen oder Farben steuern willst, dann müssen Kanaltyp und Controller passen; verifizierbar über Datenblattangaben (Kanäle, Spannung, Grenzwerte pro Kanal).
- Wenn du gleichmäßige Helligkeit über mehrere Segmente brauchst, dann teste die Segmentierung als Gesamtaufbau; ein Einzelstück-Test reicht dann nicht als Verifikation.
- Wenn du die Entscheidung nicht sicher treffen kannst, dann baue ein Muster auf, das Profil, Abdeckung, Leitungslänge und Einspeisung realistisch nachbildet und dokumentiere Messwerte unter Last.
Abbruchkriterien (2–4)
- Abbruch, wenn W/m, Spannung, Schnittlänge oder Kanaltyp nicht eindeutig angegeben sind; ohne diese Daten ist Planung nicht verifizierbar.
- Abbruch, wenn Profil/Abdeckung noch nicht feststehen und das Zielbild „Lichtlinie“ kritisch ist; dann fehlt die optische Verifikation.
- Abbruch, wenn Messung unter Last nicht möglich ist und lange Strecken geplant sind; ohne Messwerte bleibt Spannungsabfall unbewertet.
Merksatz: COB ist sinnvoll, wenn du Optik, Wärme und Einspeisung als System prüfst und nicht nur den Streifen isoliert betrachtest.
Umsetzen-Workflow: COB-Streifen prüfbar planen und montieren
Schritt 1: Datenblattwerte verifizieren
Notiere Spannung, W/m, Schnittlänge, Kanaltyp und empfohlene Montagebedingungen aus Datenblatt/Produktangabe.
Prüfpunkt: Alle Kernwerte sind dokumentiert.
Akzeptanzkriterium: Du kannst Leistung, Strom und Segmentierung berechnen.
Schritt 2: Profil und Abdeckung festlegen
Wähle Profil und Abdeckung passend zur sichtbaren Optik und zur Wärmeabfuhr.
Prüfpunkt: Profilmaterial und Montagefläche sind fest.
Akzeptanzkriterium: Der Streifen liegt plan an und hat definierte Kontaktflächen zur Wärmeableitung.
Schritt 3: Segmentierung planen
Plane Segmente so, dass Schnittmarken, Ecken und Übergänge sauber umgesetzt werden können.
Prüfpunkt: Jede Segmentlänge ist auf Schnittlänge geprüft.
Akzeptanzkriterium: Kein Segment erfordert „Schnitt außerhalb der Markierung“.
Schritt 4: Einspeisung und Leitung planen
Plane Einspeisepunkte so, dass Stromwege kurz bleiben und Übergänge reduziert werden.
Prüfpunkt: Leitungslängen und Querschnitte sind pro Segment gegen den Strom gerechnet.
Akzeptanzkriterium: Spannungsmessung unter Last ist vorgesehen (Messpunkte am Anfang und Ende).
Schritt 5: Testbetrieb unter Last durchführen
Betreibe den Streifen im Profil bei hoher Helligkeit und miss Spannung am Segmentanfang und -ende.
Prüfpunkt: Messwerte sind dokumentiert.
Akzeptanzkriterium: Helligkeit und Farbeindruck sind entlang des Segments stabil.
Schritt 6: Dauerbetrieb und Temperaturcheck
Führe einen Dauerlauf durch und prüfe Temperatur an Profil/Montagefläche an einer repräsentativen Stelle.
Prüfpunkt: Temperatur und Umgebungsbedingungen sind dokumentiert.
Akzeptanzkriterium: Es gibt keine Anzeichen für thermische Schutzreaktionen von Netzteil/Controller und keine auffällige Erwärmung an kritischen Übergängen.
Merksatz: Montage ist abgeschlossen, wenn Optik im Einbau passt und Spannung sowie Temperatur im realen Betrieb verifiziert sind.
Information-Gain: Drei Checks, die COB-Projekte stabil machen
Check 1: Lichtlinien-Check im Realabstand
Beurteile die Lichtlinie aus der Distanz, aus der sie später gesehen wird (z.B. im Raum, nicht direkt vor dem Profil).
Ergebnis ist akzeptabel, wenn: du keine klaren Helligkeitskanten oder Segmentübergänge wahrnimmst.
Check 2: Spannungsabfall-Check unter Last
Miss U am Anfang und am Ende eines Segments bei hoher Helligkeit.
Ergebnis ist akzeptabel, wenn: die Helligkeit am Segmentende visuell konsistent bleibt und die Messdifferenz im Rahmen deiner Toleranz liegt.
Check 3: Wärme-Check als Einbau-Freigabe
Prüfe die Erwärmung am Profil und an Anschlussstellen im Dauerbetrieb.
Ergebnis ist akzeptabel, wenn: keine Komponenten in Schutzverhalten gehen und die Montagefläche nicht auffällig heiß wird.
Merksatz: COB wird „krisensicher“, wenn du Optik, Spannung unter Last und Wärme im Einbau prüfst.
Fehler & Diagnose: Symptom → Prüfschritt → Ursache → Fix
1) Symptom: Lichtlinie wirkt im Profil unruhig
Prüfschritt: Abdeckung (diffus/klar) wechseln und Abstand zur Abdeckung prüfen.
Ursache: Abdeckung/Abstand mischt das Licht nicht ausreichend für dein Zielbild.
Fix: Diffusor anpassen, Abstand erhöhen oder Profil/Einbauposition ändern und erneut im Realabstand prüfen.
2) Symptom: Segmentende ist sichtbar dunkler
Prüfschritt: Spannung am Segmentanfang und -ende unter Last messen.
Ursache: Spannungsabfall in Leitung, Übergängen oder im Streifen.
Fix: Zusätzliche Einspeisung, kürzere Stromwege, Querschnitt und Übergänge prüfen, dann Lasttest wiederholen.
3) Symptom: Streifen oder Profil wird deutlich warm
Prüfschritt: W/m prüfen und Temperatur im Dauerbetrieb messen.
Ursache: Wärmeabfuhr über Profil/Montagefläche reicht für die Last nicht aus.
Fix: Profil/Montage verbessern, Last reduzieren oder Segmentierung/Einspeisung anpassen, danach Dauerlauf erneut durchführen.
4) Symptom: Flackern bei Dimmung
Prüfschritt: Controller/Dimmer-Spezifikation prüfen und Verhalten bei verschiedenen Dimmstufen testen.
Ursache: Dimmverfahren/Controller passt nicht zum Streifen oder Versorgung ist unter Last instabil.
Fix: Controller mit passenden Grenzwerten einsetzen, Versorgung stabilisieren, dann erneut testen.
5) Symptom: Anschlussstellen werden warm oder fallen aus
Prüfschritt: Strom pro Leitung berechnen und Übergangswiderstände (Klemmen/Lötstellen) prüfen.
Ursache: Hoher Strom über schwache Übergänge oder unpassende Verbindungstechnik.
Fix: Verbindungstechnik für den Strompfad auslegen, Übergänge reduzieren, Einspeisung verteilen.
6) Symptom: Farbton unterscheidet sich zwischen zwei COB-Abschnitten
Prüfschritt: Datenblattwerte (Kelvin/CRI) und Produktkennzeichnung vergleichen und Abschnitte nebeneinander testen.
Ursache: Unterschiede in Lichtfarbe/Charge; ohne Herstellerangabe ist die Ursache nicht vollständig verifizierbar.
Fix: Gleiche Artikel/Charge verwenden oder vor Montage nach Sichtabgleich gruppieren und Übergänge planen.
Merksatz: Diagnose ist belastbar, wenn du Messung unter Last und Einbau-Test als Standard nutzt.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen COB und SMD LED-Streifen?
COB beschreibt eine durchgehende Lichtfläche über dicht sitzenden LED-Chips. SMD beschreibt einzelne LED-Bauteile mit klarer Punktstruktur. Wie stark der Unterschied im Einbau sichtbar ist, ist über Musteraufbau verifizierbar.
Sind COB LED-Streifen automatisch „punktfrei“?
Nein. COB kann Punktstruktur reduzieren, aber das Ergebnis hängt an Profil, Abdeckung und Abstand. Verifizierbar ist das nur im Testaufbau am geplanten Einbauort.
Kann ich COB LED-Streifen dimmen?
Ja, wenn Streifen, Controller/Dimmer und Netzteil zusammenpassen. Verifizierbar ist es über Datenblattangaben (Spannung, Kanäle, Grenzwerte) und einen Funktionstest.
Gibt es COB als CCT oder RGB?
Ja, je nach Produkt. Welche Kanäle tatsächlich vorliegen, ist nur über Datenblatt und Anschlussbelegung verifizierbar.
Worauf muss ich bei Profilen für COB achten?
Profil und Montagefläche beeinflussen Optik und Wärmeabfuhr. Belastbar ist die Auswahl, wenn du ein Muster im Profil betreibst und Temperatur sowie Lichtlinie prüfst.
Wie prüfe ich Spannungsabfall bei COB-Streifen?
Miss die Spannung unter Last am Segmentanfang und am Segmentende bei hoher Helligkeit. Wenn am Ende weniger Spannung anliegt und die Helligkeit fällt, ist Spannungsabfall verifiziert.
Kann ich COB-Streifen schneiden und wieder verbinden?
Ja, an den Schnittmarken. Ob Verbinder/Lötung für den Strompfad geeignet sind, ist über Stromberechnung und Temperaturcheck an der Verbindung verifizierbar.
Warum unterscheiden sich zwei COB-Abschnitte in der Lichtfarbe?
Wenn Kelvin/CRI oder Produktionschargen abweichen, kann der Farbeindruck unterschiedlich sein. Belastbar ist die Ursache nur, wenn Datenblattwerte und Kennzeichnung vorliegen.
Welche Datenblattangaben sind für COB besonders wichtig?
Spannung, W/m, Schnittlänge, Kanaltyp, Kelvinbereich (bei CCT) sowie Montage- und Temperaturhinweise. Ohne diese Werte ist Planung nicht verifizierbar.
Welche Mindestprüfung sollte ich vor der finalen Montage machen?
Ein Musteraufbau im vorgesehenen Profil, Spannungsmessung unter Last am Anfang und Ende sowie ein Dauerlauf mit Temperaturcheck an Profil und Anschlussstellen.
Stand: Januar 2026. Aussagen sind verifizierbar über Datenblattangaben und die beschriebenen Mess- und Testschritte.
HowTo: COB LED-Streifen auswählen und im Profil verifizieren
Schritt 1: Datenblattwerte notieren (Spannung, W/m, Schnittlänge, Kanäle).
Check: Kernwerte sind dokumentiert und widerspruchsfrei.
Schritt 2: Profil und Abdeckung festlegen (Optik und Wärmeabfuhr).
Check: Profiltyp und Diffusor sind entschieden.
Schritt 3: Segmentierung planen und auf Schnittlängen prüfen.
Check: Segmentlängen sind an Schnittmarken ausgerichtet.
Schritt 4: Einspeisung und Leitung planen, Strompfad dokumentieren.
Check: Messpunkte am Segmentanfang und -ende sind vorgesehen.
Schritt 5: Musteraufbau im Profil betreiben und Lichtlinie im Realabstand beurteilen.
Check: Optik ist im vorgesehenen Einbau überzeugend.
Schritt 6: Lasttest durchführen (Spannung unter Last messen) und Dauerlauf mit Temperaturcheck.
Check: Messwerte sind dokumentiert und Betrieb bleibt stabil.

