Leitungsquerschnitt berechnen heißt hier: Du wählst eine Zuleitung, bei der Spannungsabfall und Erwärmung im Zielaufbau kontrollierbar bleiben.
Diese Seite hilft dir, wenn LED-Streifen am Ende dunkler werden, Netzteile abschalten oder du lange Zuleitungen planst.
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Definition: Was „Leitungsquerschnitt“ und „Leitungslänge“ hier bedeuten
Der Leitungsquerschnitt ist die Kupferfläche eines Leiters in mm² und beeinflusst den elektrischen Widerstand pro Meter.
Die Leitungslänge ist für die Berechnung die Strecke vom Netzteil zum Verbraucher in eine Richtung; für den Spannungsabfall zählt jedoch Hin- und Rückleiter zusammen.
Spannungsabfall ist die Differenz zwischen Spannung am Netzteil und Spannung am LED-Streifen unter Last.
Merksatz: Für den Spannungsabfall zählt die gesamte Stromschleife aus Hin- und Rückleiter, nicht nur die „sichtbare“ Kabellänge.
Gilt für / gilt nicht für
Gilt für dich, wenn: Du LED-Streifen mit 12 V oder 24 V betreibst und eine Zuleitung zwischen Netzteil und Streifen planst oder verlängerst.
Gilt auch, wenn: Du mehrere Einspeisepunkte oder mehrere Strecken von einem Netzteil aus versorgen willst.
Gilt nicht für: Die 230-V-Zuleitung zum Netzteil; hier gelten andere Regeln und Installationsanforderungen, die diese Seite nicht abdeckt.
Gilt nur eingeschränkt, wenn: Du die reale Last nicht kennst (z.B. unklare Leistung pro Meter oder unbekannte Dimmkurve); dann ist das Ergebnis nur über Messung verifizierbar.
Merksatz: Ohne reale Lastdaten ist eine Berechnung nur eine Annäherung und muss im Aufbau gemessen werden.
Varianten und Parameter, die die Berechnung bestimmen
Versorgungsspannung (12 V vs. 24 V)
Bei gleicher Leistung pro Meter fließt bei 12 V mehr Strom als bei 24 V; dadurch wird Spannungsabfall in Leitungen früher relevant.
Wenn du das Systemprinzip einordnen willst, nutze 12 V vs. 24 V bei LED-Streifen.
Strom statt „Wattgefühl“
Für die Leitung zählt der Strom in Ampere; er ergibt sich aus der realen Leistung der angeschlossenen Streifen und der Betriebsspannung.
Leitungslänge und Rückleiter
Die wirksame Länge ist die einfache Strecke mal zwei, weil der Strom hin und zurück fließt.
Mehrere Einspeisungen
Wenn du an mehreren Punkten einspeist, verteilt sich der Strom auf mehrere Wege; ob das im Aufbau so passiert, ist nur über Messung verifizierbar.
Montageumgebung
Ob eine Leitung warm wird, hängt auch von Verlegeart, Bündelung und Luftkontakt ab; ohne Aufbau-Check ist das nicht belastbar.
Merksatz: Spannung, Strom, Schleifenlänge und Verlegeart bestimmen zusammen, ob der Aufbau stabil läuft.
Info-Gain: Rechenweg, der ohne erfundene Kabelwerte auskommt
Schritt 1: Strom ermitteln
Prüfschritt: Nutze die Leistungsangabe pro Meter aus Datenblatt/Produktangabe des LED-Streifens und multipliziere mit der tatsächlich betriebenen Länge.
Prüfschritt: Bestimme daraus den Strom: Strom = Gesamtleistung / Betriebsspannung.
Schritt 2: Leitungswiderstand aus Herstellerangabe nutzen
Prüfschritt: Nimm den Leiterwiderstand pro Meter aus dem Kabeldatenblatt oder der technischen Spezifikation des Kabels.
Prüfschritt: Berechne den Schleifenwiderstand: Widerstand gesamt = Widerstand pro Meter × (2 × Leitungslänge).
Schritt 3: Spannungsabfall abschätzen und anschließend messen
Prüfschritt: Spannungsabfall = Strom × Widerstand gesamt.
Prüfschritt: Verifiziere im realen Aufbau mit Messung unter Last; dafür kannst du das Messprotokoll unter Spannungsabfall bei LED-Streifen messen nutzen.
Merksatz: Rechne mit Datenblattwerten und bestätige das Ergebnis im Aufbau mit einer Spannungsmessung unter Last.
Entscheidungsblock: Querschnitt und Einspeisung festlegen
Inputs (5–9)
- Betriebsspannung (12 V oder 24 V)
- Streifenlänge, die gleichzeitig betrieben wird (m)
- Leistung pro Meter laut Herstellerangabe (W/m)
- Dimm-Nutzung (maximal hell oder begrenzt)
- Leitungslänge Netzteil → Einspeisepunkt (m, einfache Strecke)
- Anzahl Einspeisepunkte (1, 2, mehrere)
- Verlegeart (frei, Kanal, gebündelt, in Dämmung)
- Ziel: Helligkeitsgleichmäßigkeit (hoch/mittel) als Projektanforderung
Wenn … dann … Regeln (6–12)
- Wenn du 12 V nutzt und die Leitung lang ist, dann plane eher größeren Querschnitt oder zusätzliche Einspeisung, weil bei höherem Strom der Spannungsabfall stärker ins Gewicht fällt.
- Wenn du 24 V nutzt, dann ist Spannungsabfall bei gleicher Leistung oft leichter beherrschbar, bleibt aber bei langen Leitungen messrelevant.
- Wenn du den Strom nicht aus Datenblatt/Produktangabe ableiten kannst, dann ist die Auswahl nur verifizierbar über Messung unter realer Last.
- Wenn die Helligkeit am Streifenende sichtbar abfällt, dann prüfe zuerst Spannung am Einspeisepunkt und am Streifenende unter Last; danach Querschnitt oder Einspeisung anpassen.
- Wenn du mehrere Einspeisepunkte setzt, dann verteilst du den Stromweg; verifiziere die Wirkung, indem du Spannungen an mehreren Punkten misst.
- Wenn Leitungen gebündelt oder in Dämmung liegen, dann kann Erwärmung steigen; verifiziere das im Dauerbetrieb und ändere Verlegeart oder Last, wenn der Aufbau auffällig warm wird.
- Wenn ein Netzteil abschaltet, dann prüfe auf Unterspannung am Streifen oder auf Überlast; beides ist nur über Messung unter Last belastbar.
- Wenn du Reserve planst, dann begründe sie nicht mit Prozentwerten, sondern mit Messkriterien: Spannungsabfall und thermisches Verhalten im Zielaufbau bleiben stabil.
Abbruchkriterien (2–4)
- Du kennst die reale Last (W/m, Länge, Dimmgrenze) nicht und kannst nicht unter Last messen; dann ist eine belastbare Dimensionierung nicht möglich.
- Die Leitung verläuft in einem Bereich, in dem du Erwärmung nicht prüfen oder nicht korrigieren kannst; dann ist die Verlegeart vor der Inbetriebnahme zu klären.
- Der Aufbau zeigt unter Last instabile Spannung oder Abschaltungen, und du kannst keine Messpunkte setzen; dann muss der Aufbau vor Betrieb geändert werden.
Merksatz: Abbruch ist sinnvoll, wenn Lastdaten oder Messbarkeit fehlen, weil dann die Ursache nicht verifizierbar ist.
Umsetzen: Workflow mit Prüfpunkten und Akzeptanzkriterien
Schrittfolge
- Lastdaten sammeln (W/m, Länge, Betriebsspannung, Dimmgrenze).
- Strom berechnen (Gesamtleistung / Spannung).
- Kabeldatenblatt prüfen (Widerstand pro Meter oder Querschnitt-Spezifikation).
- Spannungsabfall abschätzen (Strom × Schleifenwiderstand).
- Einspeisepunkt(e) planen (ein Punkt oder mehrere) und Leitungsführung festlegen.
- Aufbau installieren und unter realer Last messen.
- Bei Auffälligkeiten Querschnitt, Einspeisung oder Verlegeart anpassen und erneut messen.
Prüfpunkte
- Spannung am Netzteil-Ausgang unter Last messen.
- Spannung am Einspeisepunkt unter Last messen.
- Spannung am Streifenende unter Last messen.
- Vergleich bei maximaler Projektlast (Helligkeit, Szenenbetrieb).
- Thermischer Check im Dauerbetrieb: keine auffällige Erwärmung in kritischen Bereichen der Verlegung.
Akzeptanzkriterien
- Helligkeit ist im Zielbereich gleichmäßig genug für die Projektanforderung und die Messwerte bleiben stabil.
- Keine Abschaltungen oder sichtbares Flackern im Lastbetrieb.
- Leitungen zeigen im Betrieb keine Auffälligkeiten, die auf übermäßige Erwärmung hindeuten und durch Verlegeart erklärbar wären.
Merksatz: Akzeptiert ist die Dimensionierung erst, wenn Messwerte unter Last stabil sind und der Aufbau thermisch unauffällig bleibt.
Fehler und Diagnose: Symptom → Prüfschritt → Ursache → Fix
Fehlerbild 1: LED-Streifen ist am Ende sichtbar dunkler
Prüfschritt: Miss die Spannung am Einspeisepunkt und am Streifenende unter Last.
Ursache: Spannungsabfall in Zuleitung oder im Streifen selbst.
Fix: Querschnitt erhöhen oder zusätzliche Einspeisung setzen und erneut messen.
Fehlerbild 2: Netzteil schaltet ab oder startet neu
Prüfschritt: Miss Spannung und Strom im Betrieb und prüfe, ob die Lastdaten zur Netzteilfreigabe passen.
Ursache: Überlast, Kurzschluss oder Unterspannung durch zu hohen Leitungswiderstand.
Fix: Last reduzieren, Fehlerstelle prüfen, Querschnitt/Einspeisung anpassen; danach Lasttest wiederholen.
Fehlerbild 3: Helligkeit schwankt bei Szenen oder hoher Helligkeit
Prüfschritt: Miss die Spannung am Einspeisepunkt während der Schwankung.
Ursache: Spannungseinbruch durch Leitungswiderstand oder instabile Versorgung bei Lastwechsel.
Fix: Leitungswiderstand senken (Querschnitt, kürzer, mehrere Einspeisungen) und erneut messen.
Fehlerbild 4: Leitung oder Anschlussstelle wird auffällig warm
Prüfschritt: Prüfe Verlegeart (Bündelung, Dämmung, geschlossene Kanäle) und führe einen Dauerlauf durch.
Ursache: Hoher Strom in Kombination mit ungünstiger Verlegung oder schlechter Kontakt an Klemmen/Verbindern.
Fix: Kontaktstellen prüfen, Verlegeart ändern oder Strompfad aufteilen; danach thermischen Check wiederholen.
Fehlerbild 5: Nur ein Teil der Installation verhält sich auffällig
Prüfschritt: Miss Spannungen an mehreren Abgängen separat unter Last.
Ursache: Ungleiche Stromverteilung oder ein Abgang mit zu hoher Leitungslänge/zu kleinem Querschnitt.
Fix: Abgänge getrennt dimensionieren oder Einspeisepunkte pro Abgang setzen.
Fehlerbild 6: Messwerte sind ohne Last „gut“, unter Last schlecht
Prüfschritt: Miss immer unter realer Last (maximale Helligkeit oder definierte Projektlast).
Ursache: Leerlaufmessung bildet Spannungsabfall nicht ab.
Fix: Messprotokoll konsequent unter Last durchführen und danach dimensionieren.
Merksatz: Entscheidend sind Messwerte unter Last, nicht Leerlaufwerte.
FAQ
Muss ich für die Berechnung die Kabellänge verdoppeln?
Ja, für den Spannungsabfall zählt Hin- und Rückleiter zusammen; rechne mit der doppelten einfachen Strecke.
Wie ermittle ich den Strom für die Leitungsauswahl?
Nutze die Gesamtleistung aus Herstellerangabe (W/m × Meter) und teile durch die Betriebsspannung; das Ergebnis ist der Strom im Betrieb.
Was mache ich, wenn ich keine Kabeldaten (Widerstand pro Meter) habe?
Dann ist die Dimensionierung nur über Messung im Aufbau verifizierbar: Spannung am Netzteil, Einspeisepunkt und Streifenende unter Last vergleichen.
Warum ist 24 V bei langen Leitungen oft leichter beherrschbar?
Bei gleicher Leistung fließt weniger Strom als bei 12 V; dadurch wird der Spannungsabfall in der Zuleitung kleiner, bleibt aber messpflichtig.
Reicht es, nur am Netzteil zu messen?
Nein, du musst am Einspeisepunkt und am Streifenende unter Last messen, weil dort der relevante Spannungsabfall sichtbar wird.
Wann helfen zusätzliche Einspeisepunkte?
Wenn die Spannung am Streifenende unter Last zu stark abfällt, kann eine weitere Einspeisung den Stromweg verkürzen; verifiziere das durch erneute Messung.
Warum kann eine Leitung warm werden, obwohl der Querschnitt „gut klingt“?
Erwärmung hängt auch von Verlegeart, Bündelung und Kontaktstellen ab; prüfe deshalb Dauerlauf und Kontaktqualität im Aufbau.
Kann ich die Berechnung durch ein Messprotokoll ersetzen?
Ja, wenn du unter realer Last misst und daraus Querschnitt oder Einspeisung ableitest; belastbar ist das Ergebnis, wenn Messwerte stabil bleiben.
Wie prüfe ich, ob meine Dimensionierung akzeptabel ist?
Akzeptabel ist sie, wenn Helligkeit und Spannung unter Projektlast stabil sind und der Aufbau thermisch unauffällig bleibt.
HowTo: Leitungslänge und Querschnitt für LED-Streifen festlegen
Schritt 1: Lastdaten festhalten
Notiere Betriebsspannung, Streifenlänge und Leistung pro Meter aus Herstellerangabe sowie die geplante maximale Helligkeit.
Schritt 2: Strom berechnen
Berechne den Strom aus Gesamtleistung geteilt durch Betriebsspannung.
Schritt 3: Schleifenlänge bestimmen
Miss die einfache Leitungslänge vom Netzteil zum Einspeisepunkt und verdopple sie für Hin- und Rückleiter.
Schritt 4: Spannungsabfall abschätzen
Nutze den Leiterwiderstand pro Meter aus dem Kabeldatenblatt und berechne den Spannungsabfall als Strom mal Schleifenwiderstand.
Schritt 5: Aufbau messen
Miss Spannung am Netzteil, am Einspeisepunkt und am Streifenende unter realer Last und dokumentiere die Werte.
Schritt 6: Anpassen und verifizieren
Wenn Werte oder Helligkeit nicht passen, erhöhe Querschnitt oder setze zusätzliche Einspeisung und wiederhole die Messung.
Stand: Januar 2026; Aussagen sind verifizierbar über Lastdaten aus Herstellerangaben und Spannungsmessungen unter realer Last.

